Dienstag, 28. Oktober 2014

Kundalini - ein Erfahrungsbericht (Re-Post)!

Weil wir gerade wieder viele neue Gesichter im Studio haben und häufig die Frage nach den Unterschieden unserer Yogakurse auftaucht, kommt hier noch einmal Monikas Erfahrungsbericht, Vielleicht hat ja mal jemand Lust, auch über die anderen Yogakurse etwas zu schreiben - dann wird der Unterschied klarer (und es ist etwas völlig anderes, wenn das Ganze aus eurer Sicht dargestellt wird :)).

Vielen Dank an Monika, die diesen ganz persönlichen Erfahrungsbericht für unseren Blog geschrieben hat ♥. Wenn du auch gern Kundalini Yoga ausprobieren möchtest: Der Kurs läuft immer mittwochs, 18:00 - 19:15 Uhr).

Kundalini Yoga - auch Yoga des Bewusstseins genannt - macht etwas mit einem. Was das sein kann, darauf war ich in meiner ersten Kundalini Stunde allerdings nicht gefasst. Und mein Mann auch nicht. Ich kam nach Hause und war furchtbar aggressiv und angriffslustig. Nie wieder wollte ich zum Kundalini. Mein Mann unterstützte mich in diesem Vorhaben, weil er doch ein bisschen Angst davor hatte, zu was ich in so einer Laune fähig sein könnte. Aber, was soll ich sagen, am nächsten Morgen bin ich mit einem positiven Schwung und Elan aufgestanden, das war fast ähnlich beängstigend.

Es heißt, man solle mindestens 3x Kundalini Yoga besuchen, um herauszufinden, ob es etwas für einen ist. Das habe ich nun getan, etwas ein Jahr später. So lange habe ich gebraucht, um mich wieder zu trauen. Schließlich gab es so viele Menge positive Teilnehmerstimmen und als letzten Anstoß postete Stephie einen "Wahl-o-Mat" der Yogastile. Schnurstracks und ohne den geringsten Zweifel bei der Beantwortung der Fragen landete ich bei: Kundalini. Okay, hab's kapiert, ich war wieder dabei.

Weitere 3x Mal habe ich nun hinter mir und bin erstaunt über das Ergebnis: ich glaube, Kundalini und ich passen doch ganz gut zusammen. Was passiert denn eigentlich in einer Kundalini Stunde? Man stimmt sich ein mit dem Singen, auch Chanten genannt, des Kundalini Mantras, um anschließend mit den Asanas durchzustarten. Die haben es zum Teil echt in sich, was vor allem durch die ständige Wiederholung über mehrere Minuten hinweg bedingt ist. Die Verbindung mit bestimmten Atemtechniken führt dazu, dass man sich ganz schön beduselt fühlen kann und den Körper ganz schön auf Touren bringt. Eine super Vorbereitung für die anschließende Entspannungs- und Meditationsphase, wo erneut das Chanten von Mantras zum Einsatz kommen kann.

Aber was macht Kundalini jetzt eigentlich mit einem? Nach den erst wenigen Malen, die ich jetzt da war, habe ich das Gefühl, einen wöchentlichen, innerlichen Hausputz vorzunehmen. Durch die Anstrengung und durch die langen Wiederholungen bei den Asanas schaltet sich irgendwann mein Kopf einfach aus und ich hinterfrage auch nicht mehr, warum ich gerade 26 mal den Frosch gemacht habe. Ich weiß nur, dass sich danach mein Körper gut und wie eine Maschine geölt anfühlt und irgendwer angefangen hat, meine Gedanken und Gefühle auszumisten. In der Entspannung und Meditation verstärkt sich das Gefühl. Gedanken ziehen an einem vorbei, die man sich anschauen und dann aber auch wieder ziehen lassen kann. Das klappt mal mehr, mal weniger gut. Auf jeden Fall bin ich sehr fasziniert davon, welchen Gedankenfetzen und Momenten ich bisher dabei begegnet bin und was das in dem Moment in mir bewegt hat. Es ist wirklich, als würde die aktuelle Gefühlslage aufgegriffen und bewusster und intensiver erlebt und dadurch einfach viel besser verarbeitet. Man therapiert sich quasi selbst, falls gerade notwendig. Ich finde diesen wöchentlichen Hausputz für mich unglaublich spannend und aufschlussreich. Ich bin mir sicher, irgendwann wird auch wieder der Tag kommen, an dem ich mich direkt danach furchtbar aufgewühlt, wütend oder traurig fühlen werde. Aber ist es nicht besser, sich diesen Empfindungen bewusst zu stellen und diese zu akzeptieren, statt sie in sich hineinzufressen, zu stapeln und mit einem Kleks Farbe zu übertünchen?

Image via movenyo (Fotograf: Joachim Lührs)

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